?
9. und 23. Mai,
20.
Juni,
4. und 18. Juli 2012.
Schopenhauer erster Irrationalist, der aber dennoch die Vernunft
hoch gehalten hat
Nietzsche der zu kritisierende, weil er die
Abkehr von der Vernunft bejubelt (?)
Das limbische System vs. frontaler Cortex: Mensch ist der Freiheit inne,die Übermacht des LS zu hemmen
Freiheit
- in gesellschaftlichem Kontext durch Möglichkeit
zur Emotionalität
- in Bezug auf mich selbst durch Absehen
von Emotionalität
Freiheit der Wissenschaft und in dem Sinne Wissenschaft als ein (wertfreies) Werkzeug oder Homo oeconomicus als Maßstab?
Stand des Heute das Ergebnis einer Vernunftentwicklung?
Verschiedene Aspekte von Vernunft: Rationalität/Messbarkeit vs. Freiheit der Moral (Kant)
Vernunft in Bezug auf unseren Themenkreis: Bedächtigkeit der
Philosophie und Wissenschaft
Vernunft als zielführendes
Unternehmen
Neurowissenschaftliche Ergebnisse die Folge von
Vernunftprozessen?
> Frage der Methode und Frage der
Deutungshoheit
Wie verwirklicht sich Neugierde in Bezug auf einen (ihren)
Gegenstand?
Methodenwahl der Angemessenheit: Jeder Gegenstand
fordert seine Zugehensweise
Ist das eine letztlich moralische
Fragestellung, zu der ich die wirkliche Intention nicht erkennen
kann?
Ende der Vernunft: Weil Vernunft schwer ist (Bewusstmachung, Erkenntnisprozess)
Vernünftig sein als Wohl tuend
Anonymisierung und Desinformation durch eine bestimmte Clique?
Tendenz, den Begriff 'Ende der Vernunft', ob mit oder ohne Fragezeichen, als Ganzheit zu fassen, nicht begrifflich zu zergliedern
Was war vom Initiator des Themas (seither nicht mehr anwesend)
gemeint?
Vermutlich: Hervorhebung der 'Seele' gegenüber der
Vernunft als Bedrohung; Die 'Schamanen' drohen, überhand zu
nehmen
S: Wir haben das bessere Weltverständnis, Vernunft
macht die Seele kaputt
zugunsten des 'gesunden Menschenverstandes'
(der etwas anderes ist als Vernunft (?))
Böser Geist gegen
gute Seele
z.B: Klages: Der Geist als Widersacher der Seele
Gegenposition: Vernunft wächst weltweit immens
z.B:
Rückgang der Gewalt (zumindest prozentual bzgl.
Weltbevölkerung)
aber: Was heißt Gewalt? Was wissen wir
diesbezüglich über die Vergangenheit (waren nicht
dabei)?
Was ist das für ein Gegensatz Vernunft –
Gewalt?
Spannend wäre, eine Gewinn-Verlust- Rechnung der Wissenschaft aufmachen zu können
Wo ist der Sitz der Vernunft?
Geist (klassische
Philosophie)
Seele (> auch: Moral)
Körper (evtl. in
Kombination mit Seelensitz: Lebensphilosophie, Biologie)
Andere Assoziation: Quantentheorie: Beobachter verändert
beobachtete Welt – gibt keine Realität ohne
Beobachter
Vernunft und Realität verlieren
Absolutheitsanspruch
Vernunft als Vermögen, intuitiv Muster zu bilden; sich auf erlernte Gegebenheiten einzustellen
Vernunft als Instrument, um Kohärenz unterschiedlicher Bereiche überprüfen zu können (z.B. Politik, recht, Moral)
Kann man unterschiedliche Gesellschaftsmodelle rational
gegeneinander abwägen?
Nein > gibt nicht eine
Vernunft
T: Vernunft setzt Wahrheit voraus (auch subjektiv) Frage nach
Fundament/Maßstab
zwei Antworten möglich:
- 'Wenn
wir alle vernünftig wären, ginge es uns allen gut'
-
partikulare Systeme > kann mich nicht um alles kümmern, habe
meine Systempräferenzen
macht beides Unbehagen
Problemlösung
auch als 'Kann ich wollen, was ich will?' Heraustreten im praktischen
Bezug
Zwei Vernunftebenen: Immanente Vernunft eines Systems (einer Ideologie) (innere Logik) und Möglichkeit des Heraustretens (nicht nur im praktischen Bezug), der Beurteilung aus Beobachterposition > sich verstehen wollend dem 'Fremden' (Historischen, Anderen ….) öffnen
Hat Vernunft überhaupt schon begonnen? (wenn man mit dem
2-Tonnen-Auto zum Semmelholen fährt)
Vernunft als Projekt;
fängt gerade erst an vs. 'wir haben das jetzt 2000 Jahre
probiert, aber es ist gescheitert'
Ursprünglichkeit ist verloren gegangen / Nachhaltigkeit ist aus dem Blick
Aspekt des Anstrengenden im Ergreifen der Vernunft
T: Das
Denken, das anstrengend ist und eine Zurücknahme der eigenen
Position bedeutet, wurde durch das 'carpe diem' ersetzt
Bedeutung von so etwas wie Wikipedia, insbesondere der kollektiven Zusammenarbeit
'Wir haben uns Werkzeuge zugelegt, die wir nicht mehr beherrschen'
> unvernünftig; gilt aber als mutig heutzutage
War das
nicht immer so, dass das Wissen den (technischen) Errungenschaften
hinterher lief?
T: Historischer Verlauf: Mensch schafft Probleme und schafft sie durch Vernunft wieder ab
Was würde es gegen das Ende der Vernunft helfen, man würde
mal für einen Samstagabend alle Fernsehsender abschalten?
Ein
Reißbrettspiel, auch wenn es nicht durchführbar ist
(Vergleich 1. Ölkrise mit autofreien Sonntagen, die ja von einem
selbstbekennend vernunftgesteuerten (Helmut Schmid) verantwortet und
durchgesetzt wurden)
'Die Welt hat sich geändert' oder: Die Vernunft hat sich geändert?
Wenn die Vernunft endet, was kommt dann nach? Etwas besseres?
Vernunft endet spätestens mit Foucault als Universalprinzip –
bleiben nur Machtinteressen
Ende eines mentalen Konstrukts oder
einer Tatsächlichkeit?
Vernunft als Mischung aus Verstand, Erfahrung und Weltbild (? z.B: vs. Kant)
Nach dem Ende der mathematischen Form der Rationalität (die sich verdeutlichte in der Vorherrschaft des Wirtschaftssystems und der Staatsbürokratie; Leben aber ist in diesen Strukturen nicht wirklich beschreibbar) entsteht eine Pluralität der Rationalitäten, deren enormes Potential allmählich sichtbar wird
Adorno/Horkheimer: Rückführung in Mythos, Totalität als Verblendung
Vernunft als Orientierungsmaß bezüglich dem eigenen
(auch menschheitlichen) Überleben
gibt also mehr als
mathematische Rationalität?
Vernunft(begriff) einzusetzen in ein 'ganzheitliches'
Konzept
Woher dies? Freier Markt der verschiedenen
Rationalitäten?
Oder gesetztes fundamentales Interesse?
(Überleben?)
Vernunft zu Ende als Projekt der Rettung der Welt durch das
Abendland
nicht zu Ende als Einzelforschungsbemühen (z.B.
Nanotechnologie)
Frage nach der Wahrheit der Vernunft, dem Wesen der Vernunft
z.B.
in der Infragestellung der Bedeutung der Gegensätzlichkeit von
wahr/falsch
Humane Vernunft ist vernachlässigt: Welche Regeln dienen dem harmonischen Zusammenleben, dem Glück, dem Frieden?
T: Vernunft als Gemeinschaftsprojekt, Zurücknahme der
Einzelposition
Gegen-T: Vernunft als subjektiver Geltungs- und
Machtanspruch
Ende der Vernunft als Ende des Diskurses
> Assoziation
'Eindimensionale Gesellschaft' (Herbert Marcuse): Ort und Möglichkeit
der kritischen Distanz?
Welcher Diskurs, welcher Dialog ist
möglich?
Wie kann das Andere der Vernunft Gewicht gewinnen?
Tendenzen zur Auflehnung gegen das Ende der Vernunft
Gibt es einen Anfang der Vernunft?
Zur Begriffsgeschichte
Vernunft spiegelt (potentiell)
vernünftige Welt
Vernunft ist Erfindung zur Strukturierung
von Welt (mit unterschiedlicher Bewertung dieser Sicht)
T: engl.: reason > was begründet ist, ist vernünftig
Was ist gemeint, wenn man zum Kind sagt: Sei doch mal
vernünftig?
Einfinden in Regeln
Nicht: Nutze deine
Vernunft, sondern: Tue, was ich sage
Vorbereiten auf
Vernunftanwendung
Sei vorausschauend
Vernunft hat enormes Potential – vervielfältigungsfähig
– viele Formen von Vernunft (Rationalitäten)
seit Kant:
drei Rationalitäten: theoretische, praktische, ästhetische
in
Verschränkung miteinander und unter Einbeziehung des Emotionalen
in Philosophiegeschichte immer wieder ein Ende der Vernunft behauptet
Diskurs der Sensibilisierung – in Aufklärung:
Empfindsamkeit
Einführung der Ästhetik (Baumgarten:
'sinnliche Erkenntnis')
Elemente, die sich der Vereinheitlichung
(durch Rationalisierung) entziehen
Kann Vernunft auf
Vereinheitlichung verzichten?
Wie organisieren sich komplexe Systeme?
Nicht nach
Zweck-Mittel-Vernunft
konstituieren sich im Vollzug > verlangt
nach komplexer Form der Vernunft
Nicht die vorgefundenen komplexen
Systeme sind das Problem, sondern die selbstentwickelten
Animalische Vernunft – beherzte (humane/humanistische)
Vernunft – reine (göttliche, absolute, objektive)
theoretische Vernunft
als historische Entwicklung – dann
Umkehr, aber 'ganz' zum Anfang
Verfahrensrationalität
Vernunft abhängig von Sprachstrukturen / von Persönlichkeitsstrukturen
Rolle und Bedeutung der Psychoanalyse in Bezug auf das Ende der Vernunft (nur angerissen)
> Möglichkeiten des Hintergehens von
Vorgefundenem
grundlegend irrationale oder rationale Welt?
Vernunft fußt auf Wahrheit
Antike: Unverborgenheit vs.
Verstelltheit (pseudos)
ab Rom: wahr/unwahr, richtig/falsch –
Wertung kommt hinein
T: Vernunft als gelungene Wechselwirkung von Wissen und Autonomie
T: Kann System nicht steuern; und wenn man es steuern könnte, würde das nicht durch Vernunft gelingen
T: Ende der Vernunft drückt sich aus in in Gefahr setzen der Sphären (Biosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre …), in die wir eingelassen sind
Wo kommt der Maßstab her, der entscheidet, ob es (z.B. in Bezug auf Atomkraftwerke) vernünftig bzw. unvernünftig zugeht?
Frage nach den Protagonisten und Antagonisten der Vernunft
3
Beispiele für Antagonisten:
- Die postmodernen Philosophen,
welche den gesellschaftlichen Diskurs für ein Machtspiel statt
für den Schauplatz der Vernunft halten und sich nicht
dagegenstemmen bzw. dem sogar beipflichten.
- Der Konsumismus mit
seinem gigantischen Reklameapparat, der zur Unvernunft verlockt:
erfüll dir deine Wünsche sofort, lebe deine Lust!
- Die
östlich-meditative Wellnessphilosophie, die zum Fühlen im
Augenblick und gegen die Nachdenklichkeit über Vergangenheit und
Zukunft erzieht.
3 Beispiele für Protagonisten:
- Das
mönchische Leben in Einfachheit, welches nach gerade mal
zweihundert Jahren Industrialisierung evt. der einzige Ausweg aus der
großen ökologischen Katastrophe wäre.
-
Naturwissenschaft als universale Weltbeschreibung, welche überall
in der Welt gelehrt wird
- Menschenrechtebewegung
Die Vernunft des Einzelnen und wie relativ diese ist: Das Dogma
der Subjekt/Objekt Relation seit Descartes und dem Deutschen
Idealismus. Wie ist dieses Dogma zu rechtfertigen? Sprechen wir also
von der „subjektiven“ Vernunft oder gibt es auch
„nicht-menschliche Akteure“?
- Auch ohne Kant gelesen
zu haben ist doch die Vernunft nicht nur etwas subjektives, je
eigenes, sondern etwas objektives, für sich stehendes, dem man
sich denkend nähern kann.
- Ein vernünftiges Leben
garantiert kein Glück; traurig, wenn einer stirbt, ohne richtig
gelebt zu haben.
- Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.
Immer wieder wurde gefragt, ob es eine Vernunft überhaupt
geben würde, oder ob jeder „seine eigene Vernunft"
habe.
Iinwiefern haben die Wissenschaften unser Leben erleichtert oder
gefährdet.
Zurücknahme (Beispiel buddhistischer Mönch)
und Quietismus: Dass es sehr fragwürdig ist, wenn man angesichts
drohender Katastrophen sich an dem allgemeinen Treiben beteilige, um
am Ende nicht leer auszugehen.
Kalte Moderne mit ihrem
technologischen Fortschritt kommt zu negativ weg - wir können
froh sein, dass wir ihn haben. Früher waren die Leute vielleicht
gastfreundlicher, aber sie hatten nichts, was sie hätten teilen
können.
Es gibt leider Argumente gegen die Vernunft, welche
fast unschlagbar sind, z.B. ziehen die Unvernünftigen die
anderen ja mit ins Verderben hinein - die Gierigen bestimmen das
Tempo, wer nicht mitmacht, geht ganz leer aus.
Unvernünftige
Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden, vernünftige Regeln
sind dazu da, um befolgt zu werden.
Vernunft wird im großen
Stil verhindert, die Leute werden systematisch hinters Licht geführt.
Vernunft als ominöses, höheres braucht es gar nicht.
Einfach schauen, was die anderen so machen und sensibel für die
eigenen Bedürfnisse sein, dann läuft die Sache schon.
Vernunft und Unvernunft halten sich immer ungefähr die
Waage.
Philosophen sind im allgemeinen zu negativ. Die Welt ist
schon in Ordnung, die Vernunft setzt sich durch, das geht sogar
ziemlich automatisch.
These: Wir können uns als Menschen nicht anmaßen über die Natur noch über eine Weltvernunft zu urteilen und wir hätten dergestalt auch keine Vorstellung von diesen Phänomenen. Bezug David Hume: Alles kommt aus unserer Erfahrung.
Warum tue ich am Morgen etwas „Vernünftiges“, das
ich am Abend nicht mehr als „vernünftig“
einschätze?
Ist Vernunft immer an Ethik geknüpft, gibt
es vernünftige Verbrecher?
Gegen Ende eröffnete sich eine politische Diskussion über
Umweltpolitik, Neoliberalismus und Verhältnis der Politik zu den
Menschen.
Das Denken tieferliegender Phänomene sollte aber
nicht durch einen vordergründigen Streit Staat vs Wirtschaft
aufgegeben werden.
Todesproblematik als das Thema, mittels dessen Vernunft wieder ins
Spiel kommen kann – vernünftige, weniger vernünftige
und nicht vernünftige Position zu Tod
„Wer nicht über
den Tod nachdenkt, kommt nicht bei der Vernunft an.“
Frage,
ob von einem Todesmodell auf ein entsprechendes Lebensmodell
geschlossen werden kann
Ende der Vernunft als Ende der Gründlichkeit der Fundierung von Wissen
Problematik, dass es Meinugnszentren nicht mehr als Fixierung gibt
Aufgeben der Verantwortung für Zukunft?
T: Was wir glauben ist Hebel der Vernunft
T: Allgemeines Zusteuern auf eine Entscheidung hinter dem
Diesseits als Ende der Vernunft
Ausweichen vor der Diesseits- und
Todesproblematik, indem es als wichtiger entschieden wird denn das
Leben
Gibt es ein fundamentales lebensfugales Moment und ist die Vernunft dazu da, dagegen einzuschreiten?
Vernunft als Distanz zur Situation / Abwägbarkeit
T:
Vernunft etabliert sich nicht im Ergebnis einer Entscheidung, sondern
in der Entscheidungsfindung